Kunst

Das von dem Künstler Klaus Staeck 1983 entworfene Emaille-Schild „Vorsicht Kunst“ bietet dem Fachbereich Kunst der Helene-Lange-Schule die Grundlage dafür, die konzeptionelle Einbindung dieses Faches in die Kultur und Tradition unserer Schule mit einem Blick aufzuzeigen. Grundlage deswegen, weil wir uns die Freiheit genommen haben, die ursprünglich rein grafischen Strukturen innerhalb des Dreiecks durch Schrift zu ersetzen und damit Inhalte unseres Anspruches zu verbalisieren; aus „Vorsicht Kunst“ wurde „Hela Kunst“ mit dem Untertitel „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit!“ von Karl Valentin.

Die stichwortartig dargestellten „Flugbahnen“ der Sprengkörper finden folgende Ausformulierungen:

Es entspricht der Tradition unserer Schule, dass alle Kunstergebnisse die Würdigung und Achtung der Schulöffentlichkeit erfahren.Um Bewertungskriterien und Beurteilungen der einzelnen Arbeiten transparent zu machen, werden diese zuerst mit der Lerngruppe besprochen; danach werden sie für eine bestimmte Zeit im Klassenraum, im Flur oder im Schüler-Treff ausgestellt. Die Schülerinnen und Schüler, die Lehrerinnen und Lehrer, Eltern und Besucher begegnen überall im Haus den Produkten des künstlerischen Schaffens.

Wir möchten dem schulischen Problem entgegenwirken, „nur für den Lehrer“ bzw. „für eine gute Note“ zu arbeiten“. Die im Schulgebäude und somit im öffentlichen Raum ausgestellten Exponate gehören zum normalen Erscheinungsbild und zum täglichen Umgang mit Kunst. Wahrnehmung und Wertschätzung lassen sich u.a. daran erkennen, dass die Schüler/innen ihren Unterrichtsbereich („Schule in der Schule“) mit Stolz ausgestalten, über die ästhetisch-praktischen Arbeiten reflektieren und kritisch beurteilen. Manipulationen bzw. Zerstörungen kommen deshalb so gut wie nie vor.  

Im Laufe eines Schuljahres arbeiten die Schüler/innen in der Regel an zwei großen Projekten mit gesellschafts- oder naturwissenschaftlichen Schwerpunkten. In diesen fächerübergreifenden Phasen werden immer wieder theoretische und praktische Bezüge zum Kunstschaffen hergestellt. Vorstellungsplakate und Türposter (Projekt „Wir lernen uns und unsere Schule kennen“), Höhlenmalerei und Hieroglyphen (Projekt „Urzeit und Hochkulturen“), Land-Art (Projekt „Wald“), Selbstporträt (Projekt „Jugend“), Bühnenbild („Theaterprojekt“) sind nur einige Beispiele dafür, wie sich das Fach Kunst homogen in das gesamtkonzeptionelle Arbeiten einbringt, praktisches Wissen vermittelt, Fertigkeiten fördert als auch kunsthistorische Zusammenhänge erklärt.

Im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts werden den Klassen 9 und 10 zumeist mehrerer Feste Vorhaben mit künstlerischen Inhalten angeboten (Malerei, Grafik-Design, Darstellendes Spiel, Plastisches Gestalten...). Aufgrund der zeitlichen Vorgaben (i. d. Regel 3-stündig) können sich die und Schüler/innen noch intensiver mit einem Thema befassen. Immer wieder entstehen dabei Arbeiten, die als bleibende Gestaltungselemente Schulräume ausschmücken. Hier ist neben dem Unterricht in der Schule auch verstärkt die Möglichkeit gegeben, die Bedeutung von Kunst im gesellschaftlichen Kontext zu vermitteln. Exkursionen in Museen und Galerien (Frankfurt, Wiesbaden) bieten Anreize zur theoretischen und praktischen Auseinandersetzung mit „anerkannter“ Kunst.  

Mit dem praktischen Tun, dem sinnlichen Erfahren und dem Aneignen von Wissen („Lernen mit Kopf, Herz und Hand“) ist immer ein Arbeitsprozess verbunden. Kunst nimmt an der Helene-Lange-Schule einen hohen Stellenwert ein. Sie stellt sozusagen ein Aushängeschild der Schule dar, wenn man durch die Flure geht. Dies alles ist nur möglich, wenn sich die Kultur einer Schule in dieser Richtung entwickelt hat und alle Mitglieder der Schulgemeinde daran mitarbeiten, diese Kultur zu erhalten.